Individualismus als konstante Energie
Große Ideen allein reichen nicht, es braucht auch eine Menge Durchhaltevermögen und Kreativität, um sie zu verwirklichen und später am Leben zu erhalten. Alf Nagel hat schon früh die Ärmel hochgekrempelt. Und immer war die Vorstellung von einem individuellen Lebensstil die treibende Kraft – sowohl für ihn persönlich als auch für seine Geschäftsideen. Eine Kraft, die mittlerweile auch in 16 Mitarbeitern, über 100.000 Kunden und ca. 1 Million qm verarbeitetem Holz lebt.
Die Ferne lockt Als gelernter Holzkaufmann packt Alf Nagel Anfang der 1970er das Fernweh. Das vitale Großstadt-Flair lockt den jungen Koblenzer nach Berlin. Um an der Oberschule sein Abitur nachholen zu können, sucht er nach einer flexiblen Arbeit nebenher – mit seinem bisherigen festen Job als Kaufmann ist die Schule nicht zu vereinbaren. So übernimmt er zusammen mit seinem Freund Hardy erste Holzarbeiten in der Werkstatt einer befreundeten Holzhandlung. | alf & hardy … Tagsüber lernt er, abends baut er in seiner Werkstatt oder bei den Kunden Möbel auf. „Alf & Hardy bauen billig“ werben die beiden damals in Berliner Stadtmagazinen. Die Hochbetten, Lamellenschränke, Regale und Zwischenetagen des Zweier-Teams werden so beliebt, dass im Sommer 1976 der feste Job an den „Nagel“ gehängt werden kann. Jeden Tag von 18 bis 19 Uhr nimmt Alf Nagel Aufträge per Telefon an, danach geht er zum Ausmessen und Aufbauen in hunderte Berliner Wohnungen. Anfangs transportierte er noch alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln, später im eigenen VW-Bus. | Der erste Laden Und er bleibt Workaholic: Neben dem BWL-Studium eröffnet er mit Kommilitonen Ende der 1970er seinen ersten Laden. „Der weiße Laden“ heißt dieses Sammelsurium aus Töpferware und Holzmöbeln. Als die Studienkollegen aussteigen, wird daraus „Alfs Laden“. Die Achtziger stehen schließlich ganz im Zeichen der Expansion. 1984 öffnet der erste Laden namens Holzconnection – inspiriert vom Film French Connection. Er setzt Trends – mit seinem Angebot an schwarz-weißen Möbeln ist er überaus polarisierend. Und die Geschichte der Holzconnection-Familie beginnt. |
wachstum Zwei Jahre später dann der erste Schritt hinaus aus Berlin: In Hamburg eröffnet der zweite Holzconnection-Laden, mit Pekka Sommer vor Ort. Auch er ist bis heute dabei. 1987 folgen drei weitere Geschäfte in Freiburg, Köln und München. Mit der Futon-Welle Ende der 1980er durchmischt japanisches Flair das Angebot – und erstmals auch Fertigmöbel, die sich überraschend gut verkaufen. Im Büro wird Alf Nagel unterstützt von Beate Schmidt – sie wird zu seiner rechten Hand. Seine zweitwichtigste Frau im Leben, wie er selbst gerne sagt. | mass-Renaissance In den 1990ern kommt Holzconnection auch in Frankfurt/Main, Nürnberg und Düsseldorf an. Nachdem die Futon-Welle abebbt, gibt es die Rückbesinnung auf ein Höchstmaß an Individualität – back to the roots. Alf Nagel setzt wieder verstärkt auf Regale, Betten und Schränke nach Maß aus hochwertigeren und modernen Hölzern – udn das auch für Kinder. | Holzconnection Heute betreibt Holzconnection elf Ladengeschäfte in zehn Großstädten. Mit einem Konzept, das Individualität mit einem Baukastenprinzip vereint und hohe Handwerksqualität zu günstigen Preisen möglich macht. Das Holz stammt von einem westfälischen Großhändler, gebaut wird wie von Anfang an zentral in der Berliner Werkstatt. Jeweils vor Ort werden durch Planung, Beratung und kostenloses Aufmaß maßgeschneiderte Möbelideen verwirklicht – egal ob unter einer Dachschräge oder für ganze Heimbibliotheken. |
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