17.05.19

Holzmöbel mit Öl behandeln – Die richtige Möbelpflege für Echtholz

Wir lieben Holz. Doch so wunderbar wie dieser natürliche Werkstoff ist, so sensibel ist er auch. Um Möbel aus Holz in einem adäquaten Zustand zu erhalten, bedarf es viel Pflege. Wie das geht, erklärt Denys Nagel, seines Zeichen CEO von HOLZCONNECTION mit einem ausgesprochen großen Herz für…na klar, Holz!


Warum ist es so wichtig Möbel aus Holz zu pflegen?

Denys Nagel: Holz ist ein lebendiges Material, das auch als fertig verarbeitetes Möbelstück noch weiterarbeitet. Nicht umsonst hören wir es ständig knarzen. Noch dazu ist ein Holzmöbel ein Naturprodukt mit Charakter. Es ist von Maserungen und Verästelungen übersät und erzählt dadurch auch Geschichten. Um das alles möglichst langanhaltend zu bewahren, bedarf es einer gewissen Pflege.

 


Wie sieht also die regelmäßige Pflege von Holzmöbeln konkret aus?

DN: Natürlich sollten auch Massivholzmöbel regelmäßig von Staub befreit werden. Hier reicht es mit einem trockenen, fusselfreien Baumwolltuch vorzugehen. Zusätzlich kann auch noch Möbelseife verwendet werden. Bei leichten Verschmutzungen ist es ratsam den Tisch feucht abzuwischen – allerdings reicht hier ein nebelfeuchter Lappen. Alles was dann noch an Nässe übrig bleibt, kann mit einem trockenen Tuch beseitigt werden. So dringt die Feuchtigkeit nicht weiter in das Holz ein.

 

Und wie kann ich mein Holzmöbel langfristig in einem guten Zustand halten?

DN: Möbel aus Massivholz sollten in jedem Fall geölt werden – insbesondere Tische. Denn diese werden tagtäglich stark beansprucht – beim Essen, Spielen, Arbeiten oder als Ablage. Ein gutes Öl bietet hier also den perfekten Schutz und gewährleistet eine staub – und schmutzabweisende Schicht. Es verhindert außerdem das Austrocknen des Holzes und stellt den einzigartigen Charakter des Materials sicher. Lässt man allerdings ein Möbelstück unbehandelt, dann verzeiht ein Holzprodukt kleine Unachtsamkeiten nur schwer: hier ein Wasserfleck, da ein Kratzer und – ganz zu  schweigen – von verschütteten Getränken oder Essen. Das mag rohes Holz gar nicht!


Was gilt es alles zu beachten? Und wo werden oft Fehler gemacht?

DN: Zunächst einmal sollte man auf keinen Fall Lack zur Pflege von Holzprodukten verwenden. Denn Lack versiegelt das Holz. Dann ist das jeweilige Produkt zwar in gewisser Weise „unverwundbar”, doch in Wahrheit ist das Wohlergehen Ihres Tisches und auch Ihre eigene Gesundheit in Gefahr. Denn so kann nichts und niemand mehr gut atmen! Dank eines Öls aber werden die Poren auf natürliche Weise offen gehalten und ein gutes Raumklima ist gegeben. Apropos, die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte etwa zwischen 40 und 60 % liegen. Ist der Wert niedriger, kann das Holz austrocknen und sich somit verziehen. Achten Sie also generell darauf, Ihr Zuhause regelmäßig zu lüften. Platzieren Sie Ihr Massivholzmöbel auch niemals in der Nähe von Wärmequellen wie zum Beispiel einer Heizung. Auch das kann das Holz stark austrocknen. Außerdem sollte das Möbelstück nicht unbedingt direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, sondern eher in einem gleichmäßig verteilten Licht stehen. Nur so wird eine natürliche Farbveränderung gewährleistet. Irrtümlicherweise werden bei der Reinigung von Massivholzmöbeln oftmals Mikrofasertücher verwendet. Doch das ist ein Fehler, denn diese können Kratzer hinterlassen. Auch Dampfreiniger und fettlösende Reinigungsmittel sind für die Pflege von Holzmöbeln keinesfalls zu empfehlen.

Was ist, wenn mal etwas beim Essen und Trinken daneben geht?

DN: Das passiert natürlich gar nicht mal so selten. Verschüttete Flüssigkeiten wie Fruchtsäfte, Kaffee oder auch Alkohol sollten unmittelbar nach dem Malheur mit einem saugfähigen Küchentuch entfernt werden. Aber Vorsicht, bitte nicht ins Holz einreiben, damit die Flüssigkeit gar nicht erst in die Materialoberfläche eindringt. Bei hartnäckigen Flüssigkeiten oder Essen wie zum Beispiel Saucen hilft auch ein in Öl getränktes Reinigungspad. Einfach ohne starken Druck in Richtung der Maserung über die entsprechende Stelle wischen. Und natürlich sollten auch heiße Gegenstände wie Tassen, Teller und Töpfe nicht direkt auf dem Holz abgestellt werden.

 


Und was ist bei extremen Fällen wie starkem Schmutz, Kratzern oder sogar Dellen?  

DN: Auch hierfür gibt es Lösungen. Bei Härtefällen wie starkem Schmutz oder Kratzern darf ruhig etwas gröber vorgegangen werden. Massivholzmöbel, die bisher nur mit Öl oder Wachs behandelt wurden, können mit feinem Schleif- oder Schmirgelpapier bearbeitet werden. Nach dem Schleifen, wird das Holz dann nochmal mit Öl behandelt. Und sollte ein Möbelstück mal eine Delle haben, ist das zwar gravierend, aber auch das lässt sich noch immer beheben. Auch hier muss der betroffene Bereich zunächst abgeschliffen und dann mittels eines Bügeleisens gedämpft werden. Legen Sie unbedingt zwischen Holz und dem heißen Eisen einen sehr feuchten Lappen, so können keine Brandblasen entstehen. Abschließend empfiehlt sich auch hier ein erneutes Behandeln mit Öl oder Wachs.


Was kann man sonst noch tuen, um möglichst lang etwas von seinem Möbelstück zu haben?

DN: Es empfiehlt sich eine Art regelmäßige Frischzellenkur vorzunehmen. Das meint genauer: Nachölen. Je nach Produkt kann das etwa 1-2 mal im Jahr erfolgen. Klar, ein Esstisch wird in den meisten Haushalten deutlich mehr beansprucht als ein Sideboard oder ein Regal und braucht entsprechend etwas mehr Pflege. Im ersten Jahr darf deswegen auch gern 3 mal geölt werden. Einfach vorher etwas abschleifen und dann ein paar Tropfen Öl auf einen Wolllappen oder einen kleinen Schwamm geben und gleichmäßig auf dem Holz verteilen. Gehen Sie lieber sparsam mit dem Öl um: besser zu wenig als zu viel, denn ihre Massivholzmöbel sollen ja immer noch atmen können und statische Aufladungen vermieden werden. Nach etwa 20 Minuten dürfte das Öl eingezogen sein – je nach Bedarf, kann der Vorgang dann nochmal wiederholt werden.



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Autor: Odett von HOLZCONNECTION